Von Anfang an stand für Magdalena fest, dass es auf jeden Fall ein Beruf werden musste, bei dem man in der Natur unterwegs ist, denn nur im Büro zu sitzen, kam für die Weizerin nie in Frage. Dieses Interesse an der Land- und Forstwirtschaft zeigte sie schon von klein auf. So war sie schon von ihrer Kindheit an überall am elterlichen Betrieb mit dabei und unterstützt diesen bis heute. Dabei war der Wirtschaftsraum Wald durch die eigenen Waldflächen ebenfalls immer präsent und wurde mit großem Interesse verfolgt.
Schon am “Tag der offenen Tür” der HBLA für Forstwirtschaft in Bruck an der Mur stand fest, dass Magdalena den Beruf als Försterin einschlagen will. Nach der Matura und der darauffolgenden Adjunktenzeit, wo sie bereits viele Einblicke in den Beruf erhielt und verschiedene Bewirtschaftungsformen kennenlernen konnte, schloss sie ihre Ausbildung 2024 mit der Staatsprüfung ab. Ihr Mut zu neuen Aufgaben führte sie zum Waldverband Steiermark, wo sie seither als Waldhelferin in den Gebieten Grazer Bergland und Weiz tätig ist.
Waldhelferalltag
“Den typischen Tag gibt es gar nicht,” stellt Magdalena fest, “jeder Tag ist anders und bringt neue Herausforderungen mit sich, das macht es spannend und vor allem abwechslungsreich!” Ihre Tätigkeiten beginnen bei der klassischen Büroarbeit und führen sie im Laufe des Tages zu ihren Außendienstterminen, wo Waldflächen, Nutzungen und vieles mehr vor Ort besichtigt und kontrolliert werden. Auch der Austausch mit Schlägerungsunternehmen, Frächtern und den Sägewerken stehen am Tagesplan der jungen Försterin. Dazu kommen auch Projekttage mit Schulen, wo den Kindern der Lebensraum Wald und seine Bewirtschaftung spielerisch nähergebracht werden.
Der umfassendste und wichtigste Teil ist jedoch der Kontakt zu den Mitgliedern des Waldverbands – beginnend bei Fragen zur richtigen Bewirtschaftung ihrer Wälder, welche Maschine oder welche Nutzungsform für den jeweiligen Bestand in Frage kommt, wie die Holzabfuhr funktioniert und was danach auf diesen Waldflächen geschehen soll. So ist auch das Thema Forstpflanzen und Wiederaufforstung sehr wichtig. Darüber hinaus gibt es auch verschiedene Veranstaltungen vor Ort, die organisiert und begleitet werden müssen. Alles in allem – sie ist “die” Ansprechpartnerin zu den unterschiedlichsten Fragen zum Thema “Forst”.
Interessant ist auch, dass die Mitgliedsbetriebe von ihren Strukturen her kaum unterschiedlicher sein könnten. So sind Flächen zwischen wenigen Hektar bis hin zur Größe von Eigenjagdbetrieben zu betreuen. Auch bei den Bestandesstrukturen ist von reinen Nadelholz-
beständen, überwiegend Laubholz- bis hin zu Mischwäldern alles dabei.
Blick in die Zukunft
„Bäume, die heute gepflanzt werden, müssen sowohl unter den aktuellen Bedingungen, als auch unter zukünftig deutlich wärmeren Bedingungen zurecht kommen,“ so Magdalena. „Dabei ist es vor allem wichtig, dass Baumarten mit unterschiedlichen Eigenschaften gemischt werden, dem Standort angepasst und für die Zukunft geeignet sind, aber trotzdem einen wirtschaftlichen Nutzen haben. Dabei darf man nicht vergessen, dass unterschiedliche Baumarten auch unterschiedliche Pflegemaßnahmen und Eingriffszeitpunkte benötigen, um eine optimale Wertschöpfung zu erzielen.
Zum Schluss noch das persönliche Motto der engagierten Försterin: “Geht hinaus und wagt den Weg in die Forstwirtschaft. Viele Wege führen zum Ziel. Es gibt nicht nur den einen, richtigen Weg, sondern es muss immer individuell Boden, Wald, Steigung und vieles mehr beachtet werden, um so das Optimum zu finden. Habt den Mut Neues auszuprobieren, aber vertraut trotzdem auf die Erfahrungswerte der älteren Generation, denn standortgebundene Informationen, die über vergangene Jahre gesammelt wurden sind wertvoll und erleichtern die Arbeit ungemein.”


