Starke Verbindung – sicheres Arbeiten

Artikel aus Ausgabe 1/2026

Forstseilwinden sind ein wichtiger Helfer bei der Arbeit im Wald. Sie ermöglichen nicht nur das Rücken von Holz, sondern unterstützen auch beim Fällen von Problembäumen und hängengebliebenen Bäumen. In allen Fällen stellt die Seilendverbindung am Ende des Zugseiles ein wichtiges Bindeglied zwischen der Seilwinde und der Last dar.

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Ausgabe: 1/2026
Thema: Wald & Technik
Bundesland: Österreich
Autor:in: Christoph Huber

Schon bei der Anschaffung der Seilwinde stellt sich oftmals die Frage, welche Seilendverbindung am besten für die Windentätigkeit geeignet ist. Hierbei stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung.

Rückgebogene Schlaufe
Die Endverbindung mit dem geringsten Eigengewicht stellen Seilschlaufen dar. Bei deren Herstellung wird das Seilende zurückgebogen und mit einer Alupressklemme fixiert. Optional kann zur Seilschonung eine innenliegende Seilkausche verwendet werden, um einen Mindestbiegeradius des Seiles sicherzustellen. An der Schlaufe wird oftmals ein Parallel- oder Lasthaken angebracht (Bild 1). Parallelhaken bieten den Vorteil, dass Rückeketten an beliebigen Positionen eingehängt werden können und somit die Kettenlänge an die Last angepasst werden kann. An Lasthaken können hingegen nur Ketten und Chokerseile eingehängt werden, welche an ihrem Ende ein Aufhängeglied montiert haben. Eine Anpassung der Kettenlänge ist nur durch die Verwendung zusätzlicher Verkürzungslaschen möglich. Ein wesentlicher Nachteil bei der Verwendung von Seilschlaufen ist, dass bei dieser Art von Verbindung keine Seilgleiter verwendet werden sollen, da Aluminiumpressklemmen nicht für Belastungen in Längsrichtung geeignet sind und diese unter Last sogar brechen können. Praxisversuche an der FAST Traunkirchen haben gezeigt, dass diese bereits bei der halben Mindestbruchkraft des Seiles zerstört werden können.

Seilgleithaken
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Seilgleithaken in Verbindung mit Seilschlaufen (siehe Bild 2). Hierbei wird das Ende des Windenseils um den zu rückenden Stamm geschlungen und anschließend die Seilschlaufe in den Seilgleithaken eingehängt. Diese Anschlagsart gilt als eine der sichersten und lieferte auch bei Tests an der FAST Traunkirchen sehr gute Prüfergebnisse. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass auch Seilgleiter ohne Probleme verwendet werden können, da diese nicht die Pressklemme, sondern nur den Gleithaken rückwärtig belasten. Um eine ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen, ist bei der Montage jedoch darauf zu achten, dass der Seilgleithaken richtig montiert ist. Die Hakenöffnung sollte immer in Richtung Winde ausgeführt sein. Bei nicht sachgerechter Montage ist ein ungewolltes Aushängen der Seilschlaufe oder eine Beschädigung des Hakens möglich. Zudem eignet sich diese Endverbindung ideal, um einen Schäkel am Windenseil zu befestigen, was bei der seilwindenunterstützten Fällung von Bäumen sehr vorteilhaft ist. Trotz all diesen Vorteilen hat diese Verbindung einen großen Nachteil. Das Windenseil wird durch die Verwendung als Anschlagmittel vor allem auf rauen Oberflächen übermäßig stark beansprucht, wodurch verfrüht mit Litzenbrüchen zu rechnen ist. Treten diese in einem Ausmaß auf, dass die Ablagekriterien erreicht sind, ist jedenfalls das Windenseil einzukürzen.

Seilschlösser
Vor allem in Österreich, aber auch in Teilen Deutschlands haben sich in den letzten Jahren vermehrt Seilschlösser als Endverbindungen durchgesetzt (Bild 3). Hierbei wird das Seil durch den Korpus geführt und mit einem innenliegenden Keil bei Zugbelastung selbständig geklemmt. Je nach Bauart können Seilschlösser auch mit Aufnahmen für Rückeketten ausgestattet werden, wodurch ein zusätzlicher Anschlagpunkt für die Rückung geschaffen wird. Es hat sich bei den Prüfungen herausgestellt, dass Seilschlösser weitestgehend resistent gegen rückwärtige Belastungen – etwa durch Seilgleiter – sind. Dennoch sollte stets darauf geachtet werden, dass zumindest ein Teil der Last an der Seilendverbindung befestigt wird, um ein ungewolltes Lockern des Keiles während des Zuzuges zu vermeiden. Ein wesentlicher Nachteil bei der Verwendung von Seilschlössern ist die Tatsache, dass diese Endverbindung derzeit nicht in einschlägigen Normen als sichere Verbindung aufgelistet ist. Aufgrund der positiven Prüfergebnisse und der Tatsache, dass sich Seilschlösser vielfach im forstlichen Praxiseinsatz bewährt haben, können sie dennoch empfohlen werden. Einzig beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die Seilschlösser für den Seiltyp (Seildurchmesser) und die maximale Windenzugkraft geeignet sind. Diese technischen Informationen sind leider oft nur schwer zu bekommen. Auch die Kennzeichnung auf den Seilschlössern ist oftmals unvollständig oder teilweise auch gar nicht vorhanden.

Auch Knoten als Endverbindung werden in der Praxis immer wieder angetroffen. Sie können ohne die Verwendung von Werkzeugen hergestellt werden und ermöglichen somit auch eine Aufnahme der Rücketätigkeit etwa nach einem Seilriss. Auch wenn die Einfachheit von Knoten besticht, sollten diese keinesfalls als Endverbindung verwendet werden. Im Inneren des Knotens kommt es zu starken Biegeradien von Litzen, welche die Bruchkraft des Seiles deutlich herabsetzen. Die Folge ist ein plötzliches Versagen des Knotens, welches auch bereits vor Erreichen der maximalen Belastung des Seiles durch die Winde auftreten kann.
Seilendverbindungen werden nicht nur während des Zuzugs der Stämme starken Belastungen ausgesetzt. Auch das komplette Einziehen des Seiles, was ein Auflaufen der Seilendverbindung an der oberen Seileinlaufrolle bedingt, setzen die Seilgleiter und die Endverbindung großen Belastungen (Windenzugkraft) aus. Ein vor der Einlaufrolle montierter Endschalter (Bild 4) reduziert diese Aufprallenergie deutlich und schont somit die Gleiter und die Seilendverbindung. Es sei an dieser Stelle jedoch ausdrücklich erwähnt, dass derzeit verfügbare Endabschalter aufgrund ihrer Reaktionszeit und des vordefinierten Abschaltdruckes nicht vor schweren Handverletzungen (Quetschungen bis hin zu Amputationen) bei unsachgemäßer Verwendung zu schützen vermögen.

Bild 1: Eine rückwärtige Belastung von Pressklemmen führt zu einer Schwächung der Seilendverbindung und kann zu einem plötzlichen Aufreißen der Pressklemme führen.

Bild 2: Wird ein Seilgleithaken in Verbindung mit einer Seilschlaufe verwendet, ist eine Verwendung von Seilgleitern möglich, ohne die Endverbindung zu schwächen.

Bild 3: Die Verwendung von Seilgleitern führt zu keiner nennenswerten Schwächung von Seilschlössern. Um ein unbeabsichtigtes Lösen des Seiles im Seilschloss zu verhindern, sollte zuerst die Last am Seilschloss angebracht werden.

Bild 4: Auch Endabschalter im Bereich der Seileinlaufrolle führen zu einer Reduktion der Belastungen an der Seilendverbindung und erhöhen deren Lebensdauer.

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