Seit Jahrzehnten erhitzen Ausmaß und Intensität von Wildschäden die forstlichen und jagdlichen Gemüter. Daher war es erforderlich, eine wissenschaftlich fundierte, von allen Seiten weitgehend akzeptierte und kostengünstige Methode zu entwickeln, um auf Bezirks- und Landesebene objektive Daten bereit stellen zu können, das Wildeinflussmonitoring (WEM) entstand. War zu Beginn für einzelne das Ausmaß erschreckend, so hatte man die Hoffnung, über Zeitreihen Trends ablesen zu können. Aber hat sich irgendwas gebessert? Man gewinnt den Eindruck, die Anzahl an Bezirken, die sich verbessern, halten sich mit Bezirken, die sich verschlechtern, weitgehend die Waage. Im aktuellen Wildschadensbericht des Ministeriums (2024) kommt man auf Basis der Einschätzung der Länder zum Resumee: „Die Anzahl der Bezirke, die von einer negativen Entwicklung ausgehen, ist höher als die Anzahl der Bezirke mit positiver Einschätzung.“ Also ist das das Ergebnis, dass man von einem erforderlichen Verhältnis von Wald und Wild nach 21 Jahren WEM meilenweit entfernt ist? Hapert es daher an der weiteren Umsetzung, ist eine bloße Erhebung zu wenig? Es stellt sich ja schon die Frage, was sind die maßgeblichen Faktoren, die Veränderungen in den Zeitreihen bewirken? Lassen sich diese Daten mit Auswertungen aus den WEM-Erhebungen ableiten oder muss man das mit anderen Daten der Bezirke über Abschusszahlen etc. verschränken? Werden auf Basis des WEM auf Bezirksebenen Maßnahmen ergriffen, um die Situation zu verbessern? Welche sind diese und welche sind erfolgreich und welche weniger?
Der Klimawandel trifft die Forstwirtschaft mit enormer Wucht. Um darauf reagieren zu können, muss der Anteil der Mischbaumarten erhöht werden, die allesamt verbissempfindlicher sind. Also wäre es wirklich an der Zeit, einen neuen Anlauf zu unternehmen, um über ein bloßes Monitoring hinaus zu konkreten Handlungsanleitungen zu kommen. Papier ist geduldig, aber uns läuft die Zeit davon,
meint der
Holzklopfer



