Holzmarktbericht der LKÖ Dezember 2019

Dez 16, 2019 | Holzmarktberichte

Neben dem stabilen Konsum der privaten Haushalte stützen auch die Dienstleistungen und die Bauwirtschaft das Wirtschaftswachstum in Österreich. Eine wirtschaftliche Abkühlung ist hingegen bei Industrieinvestitionen sowie im Außenhandel spürbar.

Einschlagsbedingt hat sich der Markt für Nadelsägerundholz in den letzten Wochen entspannt. Aufgrund der schlechten Bedingungen für Holzernte und -abfuhr in den südlichen Schadgebieten und dem allgemein niedrigen Preisniveau wurde der Normaleinschlag genauso reduziert wie die Geschwindigkeit bei der Schadholzaufarbeitung. Auch die Schneebruchmengen von Mitte November werden aufgrund großer Schäden an der forstlichen Infrastruktur erst im Laufe des nächsten Jahres auf den Markt kommen. Dementsprechend leeren sich sowohl industrieseitig als auch waldseitig Nass- und Trockenlager zunehmend rasch, teilweise sind die Sägestandorte mittlerweile nur mehr unterdurchschnittlich bevorratet. Die Nachfrage nach Frischholz hat sich dadurch in den letzten Wochen spürbar verstärkt, die Rundholzpreise tendieren zum Teil deutlich nach oben. Das Leitsortiment Fichte B, 2b weist aber noch immer eine enorm große Spreitung von € 60,- bis € 83,- je FMO auf. Das untere Preisband bezieht sich primär auf die Borkenkäfer-Schadgebiete und motiviert keinesfalls zu weiteren Sanitärhieben. Der Markt für Weißkiefer ist aufgrund des massiven Überangebotes an Fichte nicht mehr existent. Die Lärche wird zu ansprechenden Preisen stark nachgefragt.

Am Laubsägerundholzmarkt wird die Eiche nach wie vor rege nachgefragt, wobei die schlechteren Qualitäten nicht mehr die Preise wie bisher erzielen können. Die Nachfrage nach Buche kann als normal bezeichnet werden, das Preisniveau ist unterdurchschnittlich. Pappelholz wird größtenteils durch günstiges Fichtenschadholz ersetzt. Derzeit werden die Wertholzstämme für die im Jänner stattfindenden Submissionen in Ober- und Niederösterreich sowie Tirol angeliefert.

Die Standorte der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie sind anhaltend gut mit Industrierundholz bevorratet. Rundholzlager können auch aufgrund zunehmend ins Faserholz wandernder Sägeholzmengen nur langsam abgebaut werden. Aufgrund des Überangebotes wurden bereits weitere Preisabsenkungen für das 1. Quartal 2020 angekündigt. Rotbuchenfaserholz wird derzeit noch zu stabilen Preisen nachgefragt.

Die Anlieferung von Energieholz ist aufgrund des hohen Angebotsdruckes nur im Rahmen bestehender Langfristverträge möglich. Die Standorte mit bestehenden Ökostrom-Einspeisetarifen sind bestens bevorratet. Werke, die aktuell nicht in den Genuss einer Ökostromförderung kommen, haben ihre Werke zumindest vorübergehend stillgelegt. Hochqualitatives Brennholz für den Hausgebrauch wird hingegen rege nachgefragt.

Alle angegebenen Preise beziehen sich auf Geschäftsfälle im Zeitraum November – Anfang Dezember 2019 und sind Nettopreise, zu denen die Umsatzsteuer zuzurechnen ist.

Holzmarktbericht Dez. 2019

Preistabelle Dez. 2019

Preisentwicklung Dez. 2019

 

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