Die Borkenkäferkalamität in Mitteleuropa hat mittlerweile europaweit negative Auswirkungen. Das für mitteleuropäische Sägewerke sehr günstig zur Verfügung stehende Rundholz hat in Kombination mit einer leichten Eintrübung der Nadelschnittholzmärkte auch die Rundholzpreise in den skandinavischen und baltischen Staaten in einen Abwärtssog geraten lassen. Die Sägewerke in Österreich sind mit Ausnahme Kärntens meist sehr gut mit Nadelsägerundholz bevorratet. Aufgrund der heftigen Niederschläge entlang des Alpenhauptkammes Mitte November mussten die Holzernte und die Holzabfuhr aufgrund völlig durchweichter Böden bzw. hoher Schneelagen eingestellt werden. Vereinzelt wurden Schneebruchschäden gemeldet, das Gesamtschadensausmaß wird aber erst in einigen Wochen verifizierbar sein. Im restlichen Bundesgebiet erfolgt die Abfuhr zügig, sodass auch Waldlager in den Schadgebieten Oberösterreichs abgebaut werden können. Eine Nachfragebelebung an frischem Nadelsägerundholz ist grundsätzlich zu verzeichnen, jedoch spiegelt sich diese noch nicht im Preis wider. Vielmehr wurden die Holzpreise im Waldviertel für das vierte Quartal nochmals leicht abgesenkt. Die Frischholzpreise weisen zudem in den vom Borkenkäfer massiv betroffenen Bundesländern Nieder- und Oberösterreich und in Tirol auch aufgrund leicht verfügbarer Importmengen bei niedrigen Preisen am oberen Preisband eine sehr große Spreitung auf.

Zu Beginn der Laubholzsaison wird die rege Nachfrage nach Eiche bei gleichbleibenden bis leicht steigenden Preisen fortgeschrieben. Die Kappung der Preisspitzen bei minderen Qualitäten lassen aber auf eine bevorstehende Beruhigung der Nachfrage schließen. Die Buche lässt sich zu unveränderten Vorjahres-Bedingungen absetzen. Durch Schadholzmengen in Deutschland ist jedoch ein gewisser Preisdruck spürbar. Pappelholz wird auf dem niedrigen Vorjahresniveau gehandelt. Bei Buntlaubhölzern sind lediglich die guten Qualitäten gefragt. Ende Jänner finden wieder die Wertholzsubmissionen der Waldverbände in Ober- und Niederösterreich statt. Dafür in Frage kommende Bäume sollten vor der Ernte dem Waldhelfer bzw. Forstberater gemeldet werden.

Die Standorte der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie sind überaus gut mit Nadelindustrierundholz versorgt und die Lagermöglichkeiten auch außerhalb der Werke erschöpft. Mengen außerhalb von Verträgen sind kaum absetzbar. Die Anlieferung erfolgt strikt kontingentiert, weshalb die Waldlager steigen. Aus diesem Überangebot resultierend, wurde der Preis weiter abgesenkt. Der Absatz von Rotbuchenfaserholz ist ebenfalls nur zu reduzierten Preisen möglich.

Unverändert stellt sich der Energieholzmarkt dar. Die Standorte sind bestens bevorratet. Abseits von Langfristverträgen ist eine Vermarktung kaum möglich.

Alle angegebenen Preise beziehen sich auf Geschäftsfälle im Zeitraum Oktober – Anfang November 2019 und sind Nettopreise, zu denen die Umsatzsteuer zuzurechnen ist.

Holzmarktbericht November 2019

Preistabelle November 2019

Preisentwicklung November 2019