Hohe Gefahr der Massenvermehrung durch lange Trockenheit gegeben

Durch die lange Trockenheit des heurigen Frühjahrs konnte sich der Borkenkäfer besonders gut entwickeln. “Die Niederschlagsdefizite der vergangenen Wochen haben die Entwicklung der rindenbrütenden Schadinsekten begünstigt”, berichtet Agrarlandesrat Max Hiegelsberger. Der Borkenkäfer gehört zu den gefährlichen Waldschädlingen, der auch gesunde Bäume befallen kann. Die Schadholzmenge befindet sich mit 50.000 fm in Oberösterreich zurzeit noch etwas unter dem Vorjahresniveau. Aufgrund der anhaltenden Trockenzeit gilt die Gefahr der Massenvermehrung für 2017 jedoch als sehr hoch. Das Borkenkäfermonitoring des Landesforstdienstes zeigt ein hohes Aktivitätsniveau des Schädlings, weshalb darauf hingewiesen wird, in den kommenden Wochen besonders auf die frühzeitige Befallserkennung zu achten.

In den ausgelegten Fangbäumen und den Borkenkäferfallen werden hohe Fänge verzeichnet. Die Schwerpunkte des aktuellen Auftretens sind weiterhin das Mühlviertel und das Alpenvorland. Bisher sind in Oberösterreich im Jahr 2017 rund 50.000 fm Borkenkäferschadholz angefallen, etwa 50% sind Einzelbefall, 45% Baumgruppen und 5% flächiger Befall.

Erkennbar ist Borkenkäferbefall durch Harzfluss am Stamm und Bohrmehl an Einbohrlöchern mit einem Durchmesser von bis zu 3 mm, wo der Schädling seine Eier ablegt. Durch den Larvenfraß wird der Baum meist innerhalb kürzester Zeit zum Absterben gebracht. “Die Entwicklungsdauer vom Ei bis zum fertigen Käfer beträgt je nach Witterung sechs bis zehn Wochen”, erklärt Landesforstdirektorin Elfriede Moser. Die Jungkäfer sind nach kurzer Zeit fortpflanzungsfähig, sodass zwei bis drei Generationen pro Jahr möglich sind. Zu den aggressiven Borkenkäferarten gehören bei der Fichte der Buchdrucker und der Kupferstecher. Vor allem durch den Erstgenannten können bei Massenvermehrungen großflächige Fichtenbestände absterben. Alleine ein Borkenkäferpärchen kann unter günstigen Bedingungen in einem Jahr mehr als 100.000 Nachkommen haben.

Nach den Bestimmungen des Forstgesetzes sind die Waldeigentümer verpflichtet, darauf zu achten, ob sie Schädlinge im Bestand haben und diese entsprechend zu bekämpfen. Droht eine starke Vermehrung ist bei der Forstbehörde Meldung zu machen. Und auch die Waldnachbarn sind zu informieren. Die Behörde kann den Eigentümern per Bescheid die Aufarbeitung des Schadholzes auftragen. Die wirkungsvollsten Borkenkäferbekämpfungsmaßnahmen sind die saubere Waldbewirtschaftung, ein frühzeitiges Aufarbeiten und das zeitgerechte Entfernen frisch befallener Bäume aus dem Wald. Wichtig ist, dass im Wald auch Kronenteile und sonstige Resthölzer beseitigt werden. Durch die genannten Maßnahmen werden sowohl die Käfer als auch die Brut vernichtet sowie Neubefall und eine weitere Vermehrung verhindert.

Das Land Oberösterreich fördert die Vorlage von Fangbäumen mit 24 Euro/Stück. 2017 wurden bisher insgesamt 870 Fangbäume mit rund 21.000 Euro beantragt.

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