Der global agierende WWF hat vor rund 25 Jahren sein Waldzertifizierungssystem FSC geschaffen. Zielsetzung ist, direkten Einfluss auf die Waldbewirtschaftung zu bekommen. Als Gegenstrategie wurde von der Familienforstwirtschaft in Europa PEFC entwickelt. Um zu verhindern, dass der WWF in Zukunft das Sagen im Wald hat, muss PEFC rasch zum Durchbruch am Markt verholfen werden.

„Nachhaltigkeit“ ist ein modernes Wort, das heute in jedem Werbematerial vorhanden sein muss, um sein Handeln glaubwürdig verkaufen zu können. Umweltorganisationen, die als Sprachrohr der Gesellschaft gesehen werden, fordern immer mehr Nachweise für nachhaltig produzierte Produkte. In vielen Bereichen können daher am nationalen und vor allem am internationalen Markt nur mehr zertifizierte Produkte verkauft werden. Dies trifft auch für Holzprodukte zu.

Benachteiligung durch FSC
Ziel einer Zertifizierung ganz allgemein ist, dass unabhängige Prüfer bestätigen, dass ausgelobte Kriterien eines Produktes oder einer Dienstleistung auch tatsächlich eingehalten werden. Bereits vor rund 25 Jahren hat der WWF ein Zertifizierungssystem für Wald und Holzprodukte namens FSC geschaffen. Für die Waldbewirtschaftung wurden strenge „Nachhaltigkeitskriterien“ geschaffen (siehe Kasten). Die damalige Ansage von WWF und auch Greenpeace war klar: „Nur jenes Holzprodukt kann als nachhaltig bezeichnet werden, dessen Holz aus einer derartigen Waldbewirtschaftung stammt.“

Durch massiven Druck auf die Papierindustrie, große Verlagshäuser und Sägewerke hat der WWF dem FSC auch in Europa zum Durchbruch verholfen. Ein monopolistisch auftretender FSC wäre ein nicht wettzumachender Wettbewerbsnachteil für die kleinstrukturierten Betriebe, verbunden mit erheblichen Einkommenseinbußen. Zudem galt es zu verhindern, dass der WWF direkten Einfluss auf die Entscheidung der Bewirtschaftung des Waldes bekommt. Daher hat die Europäische Familienforstwirtschaft mit Unterstützung gemäßigter Umweltorganisationen PEFC entwickelt.

PEFC = Familienforstwirtschaft
In Österreich bewirtschaften die Familienbetriebe ihre Wälder seit Generationen nachhaltig – auf Basis des Forstgesetzes und zahlreicher anderer Gesetze. Das PEFC-Logo auf Holzprodukten ermöglicht es, diese Botschaft einer vorbildhaften, „enkeltauglichen“ Waldbewirtschaftung dem Konsumenten zu vermitteln. PEFC ermöglicht durch den Ansatz der regionalen Gruppenzertifizierung auch den bäuerlichen Kleinwaldbesitzern mit vertretbarem Aufwand die Teilnahme am zukünftigen Holzmarkt. Mittlerweile sind rund 2,98 Mio. ha Wald bzw. 70% der Gesamtwaldfläche Österreichs nach PEFC zertifiziert.

PEFC oder Plantagenholz?
PEFC unterstützt die in Europa traditionelle multifunktionale Waldbewirtschaftung: alle Wirkungen des Waldes werden auf einer Fläche erfüllt. Andere Systeme verfolgen hingegen das Prinzip der Segregation: großflächige Außer-Nutzung-Stellungen von Wäldern auf der einen Seite, hochproduktive Holzplantagen im Kurzumtrieb auf der anderen Seite. Dass das Holz unserer Familienbetriebe gegen Plantagenholz großer Industriekonzerne am Markt konkurrieren muss und in einem „Nachhaltigkeitswettbewerb“ steht ist zwar verstörend, wird aber bewusst von großen Umweltorganisationen vorangetrieben.

Gefahr in Verzug
Derzeit laufen Entwicklungen, die eine Monopolstellung des FSC in ca. fünf Jahren bewirken könnten. Dann hätte in Zukunft der WWF, der eine massive Ausweitung von Wildnisgebieten fordert, das Sagen im Wald. Bisher hat es die Holz verarbeitende Industrie mit wenigen Ausnahmen verabsäumt, ihre Produkte mit dem PEFC Logo zu kennzeichnen und dies auch aktiv in ihrem Marketing zu nutzen. Dies wird sich wahrscheinlich nur dann ändern, wenn die Nachfrage nach PEFC-Produkten steigt.

PEFC Produkte kaufen
Jeder, der die Diskriminierung der Familienforstwirtschaft und vor allem Zellstoffimporte, zumeist aus Überseeplantagen verhindern möchte, muss daher beim Einkauf von Papier und anderen Holzprodukten auf das PEFC-Logo achten. Es wäre auch hilfreich, gezielt nach PEFC-zertifizierten Produkten zu fragen.

Passend zum Thema eine Reportage erschienen in der Krone Bunt (27.8.2017)

Das Miese Geschäft mit den Öko-Gütesiegeln

 

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