Schadensbeispiele im Bezirk Horn zeigen aktuellen Handlungsbedarf auf

Drosendorf, 7. September 2017 – Die Situation aufgrund des Borkenkäferbefalls in Niederösterreich ist weiterhin kritisch. Der Befall ist massiv, die Holzmengen enorm, der Abtransport schwierig. Die Anstrengungen der Landwirtschaftskammer NÖ und des Landes NÖ, die Situation zu entschärfen, sind intensiv. Bei einer Waldbegehung im Bezirk Horn prüften LK-Präsident Hermann Schultes, Bezirksbauernkammer-Obmann Herbert Hofer und betroffene Waldbesitzer in Drosendorf im Waldviertel die notwendigen nächsten Schritte. Die Fragen: Wo konnte bereits geholfen werden, was ist noch zu tun und welche Unterstützungsmaßnahmen werden demnächst greifen.

Schultes weiß um die Ausnahmesituation für die Waldbesitzer sowie die gesamte Holzbranche und informiert über das in Umsetzung befindliche Maßnahmenpaket (Kann im Anschluss der Meldung auf aiz.info heruntergeladen werden.): “Die Entlastungsmaßnahmen beginnen zu greifen. Sofort wurden sechs Trockenlager-Standorte aktiviert, die täglich von Frächtern angefahren werden. Zur Bewältigung der enormen Mengen sind allerdings noch weitere Lager notwendig. Hier arbeiten wir gemeinsam mit der Sägeindustrie und den Waldbesitzern auf Hochdruck, um zusätzliche Lagerkapazitäten zu schaffen. Die Ausnahmegenehmigung für die Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts auf 50 t für Holztransporte wird bereits von vielen Frächtern beansprucht, um schneller mehr Mengen bewegen zu können. Große Sägewerke haben die Übernahmezeiten wochentags ausgeweitet und samstägliche Sonderschichten eingeführt.”

Hofer skizziert im Gebiet um Drosendorf die Lage im Bezirk Horn und bemüht sich um eine partnerschaftliche Bewältigung der Situation: “Derzeit konnte erst rund ein Drittel der im heurigen Jahr geschädigten Bäume gefällt und abtransportiert werden (entspricht ca. 70.000 fm inkl. Großwald). Mehr als 10.000 fm Schadholz liegen bereits aufgearbeitet und abfuhrbereit an der Forststraße. Der Rückstau beim Abtransport beträgt beim Blochholz (Käferholz) derzeit rund sechs Wochen. Für alle Betroffenen ist klar, dass uns der September noch extrem fordern wird. Wir hoffen auf Entspannung im Oktober, da hier der Borkenkäferflug enden wird. Im Wald selbst sind auch weiterhin große Anstrengungen unserer Waldbauern erforderlich. Gutes Vorsortieren der gefällten Bäume nach Verwertbarkeit reduziert den Schaden.”

Eine Eindämmung des Käfers steht auch für das Land Niederösterreich an erster Stelle. “Gemeinsam haben wir schon vor einigen Tagen ein umfangreiches Paket geschnürt. Wir unterstützen Mulchen, Verhacken und Entrinden, das Anlegen von Lagerplätzen, das Verwenden von Fangbäumen sowie das Wiederaufforsten mit standortgerechten Forstarten. Insgesamt stellen wir für die Wiederherstellung gesunder Waldbestände 11 Mio. Euro zur Verfügung”, erklärt LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

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